Liebeskummer

Liebeskummer und starke körperliche Schmerzen sind eigentlich dasselbe. 

 

„Das tiefste Bedürfnis des Menschen ist demnach, seine Abgetrenntheit zu überwinden und aus dem Gefängnis seiner Einsamkeit herauszukommen.“

(Erich Fromm, Die Kunst des Liebens, S. 19)

 

In Leo Tolstois 'Meisterwerk “Anna Karenina” ist dieser Mechanismus vom Autor bis ins kleinste Detail beschrieben. Der Draufgänger Graf Wronski verliebt sich hoffnungslos in die unerreichbar erscheinende gebundene Anna. Als diese seine Liebe erwidert und sich von ihrem Mann trennt, nimmt das Unglück seinen Lauf. …

In der Sicherheit des Zusammenlebens vermindern sich die Liebesbekundungen des Grafen. Anna gerät darüber in Panik – weil sie alles für Wronski aufgegeben hat und nun befürchtet, seine Liebe zu verlieren. Ihre verzweifelten Anklammerungsversuche, von der Hoffnung getragen, ihn gefühlsmäßig wieder stärker zu binden, treiben ihn nur noch weiter von ihr fort. Diese Interaktionsmuster sind typisch für menschliche Zweierbeziehungen. Sie können ein Paar stark polarisieren und destabilisieren.

 

Liebeskummer ist somit vergleichbar mit einem Trauerprozess. Man trauert um die Person, die nicht mehr in unserem Leben ist, man trauert um die gescheiterte Beziehung und um die Person, die man war, als man noch in der Beziehung mit dem geliebten Partner lebte.

 

Die erste Woche nach der Trennung ist die intensivste. Du hast ein unangenehmes Gefühl im Magen, das durch ein Hormon wie Adrenalin verursacht wird. Es ist das Adrenalin, das dafür sorgt, das Verlassene in der Trennung oft keinen Hunger haben und unter Schlafstörungen leiden. Das Cortisol hat einen größeren Einfluss auf die Stimmung, was wiederum ein Gefühl der Niedergeschlagenheit und Depression auslöst. Darüber hinaus ist es einfach auch so, dass man in dieser Zeit nichts mehr gegen die Vergangenheit unternehmen kann und dass man keine Kontrolle mehr über sie hat.

 

Mit einer Hypnosetherapie werden die alten Beziehungsmuster und falschen Vorstellungen aufgelöst. Häufig sind aber nicht nur diese inneren Bilder verantwortlich für den nachhaltigen Liebeskummer, sondern das Gefühl, nicht länger begehrt und gewollt zu sein. Dieses Gefühl der Zurückweisung wirkt nicht mehr, wenn das Selbstwertgefühl durch eine hypnotische Intervention wieder aufgerichtet wird.